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Die Erde ist ungefähr 4,5 Milliarden
Jahre alt, aber zur Ruhe ist sie noch längst
nicht gekommen. Wir erfahren dies un- mittelbar durch
die zerstörerische Wirkung von Erdbeben und Vulkanausbrüchen.
Vorgänge wie die Verschiebung von Kontinenten
und die Hebung von Gebirgen vollziehen sich dagegen
für uns unmerklich langsam, in Zeiträumen von
vie- len Jahrmillionen. Die Ausstellung informiert über
all diese Erscheinungen und ihre Ursachen. "Plattentektonik"
ist das Schlüsselwort dafür: Gigantische, langsame
Strömungs- bewegungen im glühend heißen Gestein
des tiefen Erd- inneren verschieben Gesteins-Platten
von kontinentalen Ausmaßen gegeneinander, wobei einerseits
riesige Platten- abschnitte ins Erdinnere "abtauchen"
und aufgeschmolzen werden, und andererseits aus empor
dringender Gestein- schmelze neues Erdkrustengestein
gebildet wird.
In der Mitte der Ausstellung dreht sich ein großer
Relief- globus, der in plastischer Darstellung die Kontinente
mit ihren Gebirgsketten, aber auch die Meeresboden -
Struk- turen wie z.B. Tiefseegräben und "Mittelozeanische
Rü- cken" zeigt. In Verbindung mit der benachbarten
groß- grafischen Darstellung plattentektonischer
Vorgänge wird hier anschaulich klar, welche Bedeutung
diese Strukturen der Erdoberfläche im Rahmen
der Plattentektonik haben.
Aber nicht nur durch "innere Kräfte"
wird das Antlitz un- seres Planeten ständig umgestaltet.
An der Erdoberfläche bestimmt die Energie der
Sonnenstrahlung die wechseln- den Temperaturen, hält
den großen Kreislauf des Wassers in Gang und versetzt
Luftmassen in Bewegung. Wind und Wetter, die wichtigsten
Faktoren der Erosion, nagen unab- lässig am Gestein
und zerkleinern im Lauf der Zeit ganze Gebirge. Fließendes
Wasser und wandernde Gletscher transportieren das
zerkleinerte Gestein über weite Strecken und formen
die Landschaft - und all dies bewirkt letztlich die
Sonnenenergie, die daher einen wesentlichen Anteil
am geologischen Geschehen hat. Diesen Aspekten der
Geo- logie ist gleich am Beginn der Ausstellung eine
ausführliche Darstellung gewidmet.
An vielen Stellen der Ausstellung findet man
Gesteinspro- ben
als Belegstücke für die jeweils behandelten Vorgänge.
Man kann sich darüber informieren, wie die Gesteine
nach ihrer verschiedenen Entstehungsweise eingeteilt
werden, welche mineralischen Bestandteile sie enthalten
und wie nutzbare Rohstoffe sich in Gesteinen anreichern
können. Die Gewinnung von Rohstoffen sowie ihre begrenzte
Verfüg- barkeit ist ein wichtiges Thema. In einem
Pult sind drei "sprechende" Steine zu bewundern,
die über Kopfhörer von ihren "Erlebnissen"
erzählen. Einer von ihnen ist mit fast 4 Milliarden
Jahren eindeutig das älteste Objekt im Haus.
Will man sich in seine Entstehungszeit versetzen,
so kann man die große Szenerie "Auf der
Erde vor 4 Milliarden Jahren" betrachten, eine
eindrucksvolle Momentaufnahme aus einer Zeit, in der
die wichtigsten geologischen Vorgänge wohl bereits
sehr ähnlich wie heute abliefen - allerdings
auf einer noch unbelebten Erde.
Lohnend ist sicher auch ein Besuch im kleinen Filmraum,
wo nonstop Videofilme zu geologischen Themen gezeigt
werden. Kurze Filmdarbietungen gibt es ebenfalls an
einigen weiteren Plätzen der Ausstellung, so
etwa zu den Themen Vulkanismus und Erdbeben. Und mit
dem Thema "Erdbeben" kann man sich hier
auch ganz "handfest" befas- sen: Ein Faustschlag
auf eine dafür vorgesehene Steinsäule erzeugt
ein "Mini-Erdbeben", dessen Schwingungen
von einem Seismometer registriert und am Bildschirm
ange- zeigt werden.
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